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„Chancen freiwilliger Kooperationen nutzen“

Frühlingsempfang: Alfred Jakoubek thematisiert Herausforderungen an Kommunalpolitik

Mainhausen Auf ein sehr gut besuchtes Kolleg in der Bürgerhausgaststätte „Paprika“ in Mainhausens Ortsteil Mainflingen traf der Präsident des Hessischen Landkreistages und Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg Alfred Jakoubek im Rahmen des Bürgerempfangs des SPD-Ortsvereins am vergangenen Montag.
Inzwischen schon zur Tradition geworden, hatten die Sozialdemokraten auch in diesem Jahr wieder Gäste aus Wirtschaft, Vereinsleben und Politik geladen, um den gemeinsamen Dialog zu pflegen.
Neben Gastredner Jakoubek konnte die Ortsvereinsvorsitzende Gisela Schobbe zudem SPD-Politiker von Bundes-, Landes- und Kreisebene begrüßen. Unter anderem nahmen die Landtagsabgeordnete Dr. Judith-Pauly-Bender (Rodgau), Kreisbeigeordneter Carsten Müller und die frühere Bundestagsabgeordnete Dr. Erika Ober (Michelstadt) am Empfang teil.

Alfred Jakoubek widmete sich in seiner vierzigminütigen Rede den kommunalpolitischen Herausforderungen der Zukunft und spannte thematisch den Bogen von aktuellen Problemlagen wie der demografischen Entwicklung zu den daraus resultierenden Chancen und Risiken für Gesellschaft und Wirtschaft: „Wir haben heute konkrete Analysen und Prognosen, wie sich unsere Gesellschaft entwickeln wird. Wir wissen schon jetzt welche Altersstruktur unsere Bevölkerung in Zukunft hat. Deshalb dürfen wir nicht versäumen, bereits jetzt die Weichen zu stellen, um entstehende Problemlagen frühzeitig abzufedern. In der Vergangenheit sind schon zu viele Fehler gemacht worden, die wir nicht wiederholen dürfen. Bestes Beispiel ist die gesetzliche Rente. Schon vor vielen Jahren wussten wir, dass die Menschen älter werden und dennoch hat man stets behauptet, die Rente sei sicher. Heute stehen wir vor dem Dilemma, den Menschen erklären zu müssen, dass sie bis 67 arbeiten und zusätzlich privat vorsorgen sollen. Deshalb plädiere ich dafür: Frühzeitig auf Veränderungen hinweisen und die Bevölkerung einbinden. Wir müssen die Menschen mitnehmen!“

An die Kommunalpolitiker im Saal appellierte Alfred Jakoubek, grundlegend über Strukturen der Staatsverwaltung nachzudenken und dort wo möglich veraltete Grenzen zu überschreiten: „Wir müssen dass System einfacher machen, so dass es die Menschen verstehen. Und wir müssen unsere überkommenen Strukturen an die Lebenswirklichkeit der Menschen anpassen. Keinem Durchschnittsbürger ist zu erläutern, wie sich Aufgaben und Zuständigkeiten auf Regierungspräsidien, Kreise und Gemeinden verteilen. Zudem können wir Abseits dieser Institutionen je nach Bedarf die Einrichtungen für unsere Bürger bereit stellen und an Hand deren Interessenslage unser Handeln viel besser ausrichten. Warum sollen sich die Kommunen nicht zusammentun und ihre Aufgaben vermehrt gemeinsam erledigen? In bestimmten Bereichen gibt es jetzt schon Zeckverbände, etwa bei der Müll- oder der Abwasserentsorgung. Dem Bürger als Kunde ist es egal, ob sein Antrag auf einem Schreibtisch in Mainhausen, Seligenstadt oder Babenhausen bearbeitet wurde. Ihn interessiert einzig, dass seine Servicestelle - sein direkter Ansprechpartner - in der Nähe ist und dass der Vorgang schnell und genau umgesetzt wird. Gleiches trifft auch auf unsere Unternehmen zu. Deshalb gilt es die Chancen freiwilliger Kooperationen auf kommunaler Ebene zu nutzen.“