Aktuelles

Mainhausen – mittendrin statt nur dabei

Interview mit Kai Gerfelder

Der Blickpunkt Mainhausen führte ein Gespräch mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden und Kreistagsmitglied Kai Gerfelder.


{images}Blickpunkt
Herr Gerfelder, Welche Visionen haben Sie für Mainhausen?

Gerfelder
Ich bin kein Visionär, wünsche mir aber, dass Mainhausen erste Adresse im Rhein-Main-Gebiet wird: Die Menschen gerne hier wohnen, weil ihre Kinder gute Kindertagesstätten und Schulen haben, ein gutes Arbeitsplatz- und Verkehrsangebot vorhanden ist und die Energieversorgung klimaneutral erfolgt. Weil sie sinnvoll ihre Freizeit verbringen und sich auf ihre Nachbarn verlassen können. Und das ist mir am Wichtigsten: Weil die Alten in meinem Mainhausen genauso ihren Platz haben wie die Jungen.

Blickpunkt
Was mögen Sie persönlich besonders an Mainhausen?

Gerfelder
Ich bin hier aufgewachsen, nahezu meine ganze Familie wohnt hier. Ich habe hier einen über Jahrzehnte gewachsenen Freundeskreis. Das bedeutet ein stabiles Netzwerk und ehrliche Kritik. An der Gemeinde mag ich die Lage im pulsierenden Ballungsraum bei gleichzeitiger Ruhe. Sie sind in zehn Minuten in Aschaffenburg und in vierzig Minuten auf der Zeil. Gleichzeitig gehen Sie hier nahezu gefahrlos über die Straße, treffen stets Bekannte. Sie können wunderbare Radtouren machen, sich an die Badeseen legen, haben Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Wir sind mittendrin statt nur dabei!

Blickpunkt
Welche Chancen sehen Sie für Mainhausen in der Weltwirtschaftskrise?

Gerfelder
Da bin ich realistisch – die äußeren Einflüsse sind für uns schwer einzuschränken. Wir haben unser Möglichstes getan, Mainhausen zu
modernisieren und werden besser aufgestellt als manch anderer durch die Talsohle gehen. Wir nutzen jetzt die Konjunkturprogramme, um den Investitionsstau der neunziger Jahre bei den Gemeindegebäuden aufzulösen. Für die künftige Entwicklung
planen wir gemeinsam mit Ruth Disser ein neues Gewerbegebiet
und den flächendeckenden Ausbau mit DSL.

Blickpunkt
Es wird immer viel gejammert und gemeckert. Wie will die SPD den Menschen positive Hoffnungen geben?

Gerfelder
Positive Hoffnungen gibt der liebe Gott. Wir sind dazu da, konkrete Probleme aufzugreifen, Lösungen zu finden, Perspektiven zu entwickeln und Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Die Welt hat sich radikal verändert, deshalb musste auch Mainhausen sich verändern. Wir formieren uns seit Ruth Disser Bürgermeisterin ist zu einer
familienfreundlichen, modernen Gemeinde, die den Herausforderungen des neuen Jahrhunderts begegnet. Gute Kinderbetreuung, Schulneubauten in beiden Ortsteilen, moderne Wirtschaftspolitik, neue Feuerwehrhäuser, Verwirklichung des Mainflinger Lebensmittelmarkts, energetische Sanierung der Gebäude,
Investitionen in Badeseen und Campingplatz bei gleichzeitiger Konsolidierung des Haushaltes und umfassender
Verwaltungsstrukturreform. Das soll uns erst
mal einer nachmachen. Und diese Liste greift nur die Highlights auf.

Blickpunkt
Was ist Ihr Beweggrund, sich in der Politik zu engagieren?

Gerfelder
Ich habe mich schon seit frühester Jugend ehrenamtlich engagiert, bin seit fast zwanzig Jahren bei der Katholischen Jugend aktiv, habe mit den Mitstreitern der Bürgerinitiative gegen Umweltzerstörzug (BIGUZ) gegen die Verfüllungspläne der HIM-Grube gekämpft. Für mich ist es selbstverständlich, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. Für die Politik bringe ich auf Grund meiner Ausbildung zudem hervorragende theoretische Voraussetzungen mit – aber das ist nicht entscheidend.

Blickpunkt
Denken Sie auch über Parteigrenzen hinweg?


Ich bin doch nicht das Grundsatzprogramm der SPD. Ich bilde mir eine eigene Meinung und versuche dabei andere Ansichten einfließen
zu lassen. Das können Sie nur im Dialog auchmit politisch Andersdenkenden. Ich habe Menschen in
meinem Freundeskreis, die haben ihr Leben lang nichts
anderes gewählt als CDU. Wenn Sie sich rein auf Ihre Parteizugehörigkeit reduzieren,sind Sie irgendwann isoliert und machen Politik an den Bedürfnissen der Menschen vorbei. Aber
grundsätzlich zählen für mich die Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität! Ich bin und bleibe Arbeitersohn - Glück auf!

Blickpunkt
Herr Gerfelder, vielen
Dank für das Gespräch!