Kinder- und Jugendbeirat auf der Zielgeraden
SPD: Mit der neuen Satzung wird ein wichtiges Wahlversprechen umgesetzt
Der geplante Kinder- und Jugendbeirat in Mainhausen nimmt die entscheidende Hürde. Am kommenden Dienstag soll die Gemeindevertretung die Satzung für das neue Beteiligungsgremium beschließen. Für die SPD-Fraktion ist damit ein wichtiges Projekt auf der Zielgeraden: Kinder und Jugendliche sollen künftig eine feste Stimme in der Mainhäuser Kommunalpolitik erhalten.

„Wir wollen nicht nur über die Interessen junger Menschen sprechen, sondern mit ihnen. Der Kinder- und Jugendbeirat schafft dafür erstmals eine dauerhafte und verbindliche Struktur“, erklärt Felicitas Mohler-Kaczor, Vorsitzende des Sozialausschusses. Der Beirat soll die Interessen der jungen Generation gegenüber Gemeindevertretung und Verwaltung vertreten, eigene Anliegen einbringen und Ansprechpartner für kinder- und jugendrelevante Themen sein.
Mit der Satzung werden dafür nun die notwendigen Spielregeln festgelegt. Sie regelt unter anderem Aufgaben und Ziele des Beirats, seine Zusammensetzung, Wahlberechtigung und Wählbarkeit, Amtszeit und Arbeitsweise. Auch die Wahlordnung ist Bestandteil der Satzung. Damit wird aus der grundsätzlichen Idee der Jugendbeteiligung ein konkretes kommunales Gremium.
Für die SPD ist der Beschluss zugleich die Umsetzung eines Wahlversprechens. Im Kommunalwahlprogramm 2026 hatte die Partei ausdrücklich die Unterstützung bei der Gründung eines Jugendbeirats angekündigt. Gleichzeitig hatte sie sich vorgenommen, Gesprächsrunden und Workshops auszubauen, um jungen Menschen echte Beteiligungsmöglichkeiten zu eröffnen. „Wir haben vor der Wahl gesagt, dass wir die Beteiligung junger Menschen stärken wollen. Jetzt schaffen wir die Voraussetzungen dafür. So verstehen wir verlässliche Kommunalpolitik“, betont Mohler-Kaczor.
Besonders wichtig ist der SPD, dass der Beirat nicht nur symbolischen Charakter erhält. Jugendliche sollen erleben können, dass ihre Ideen gehört werden, dass sie diskutieren, unterschiedliche Interessen abwägen und schließlich auch Einfluss auf Entscheidungen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld nehmen können.
Maximilian Lehr, mit 18 Jahren mit Abstand jüngstes Mitglied der Gemeindevertretung, sieht darin auch einen wichtigen Beitrag zur demokratischen Bildung: „Kommunalpolitik ist für junge Menschen viel näher, als man zunächst denkt. Ob Freizeitangebote, Sportplätze, Mobilität, Schule, Klimaschutz oder Treffpunkte – viele Entscheidungen betreffen ihren Alltag ganz unmittelbar. Der Kinder- und Jugendbeirat bietet die Chance, eigene Ideen einzubringen und gleichzeitig zu erleben, wie demokratische Entscheidungen entstehen.“
Gerade angesichts zunehmender politischer Radikalisierung von rechts wie von links hält die SPD solche Möglichkeiten zur demokratischen Beteiligung für besonders wichtig. Demokratie werde nicht allein im Unterricht vermittelt, sondern müsse praktisch erlebt werden. Wer früh erfahre, dass unterschiedliche Meinungen dazugehören, dass Kompromisse notwendig sind und dass die eigene Stimme etwas bewirken kann, entwickle ein anderes Verständnis für demokratische Prozesse.
„Wir wollen junge Menschen für Demokratie gewinnen, bevor andere versuchen, sie mit einfachen Antworten, Ausgrenzung oder extremistischen Botschaften zu erreichen“, unterstreicht Lehr. „Der beste Weg, Demokratie attraktiv zu machen, ist echte Beteiligung. Jugendliche müssen erfahren können: Meine Meinung zählt, ich kann mich einbringen und ich kann in meiner Gemeinde etwas verändern.“
Die SPD-Fraktion sieht den Satzungsbeschluss deshalb nicht als Abschluss, sondern als Startschuss. Nach der formalen Grundlage komme es darauf an, junge Menschen für eine Kandidatur und die Mitarbeit im neuen Gremium zu begeistern und den Kinder- und Jugendbeirat dauerhaft in die kommunalpolitischen Abläufe einzubinden.
„Mit dem Beschluss am Dienstag ist der Kinder- und Jugendbeirat auf der Zielgeraden. Das eigentliche Ziel ist aber, dass daraus ein lebendiges Gremium von jungen Menschen für junge Menschen entsteht“, so Mohler-Kaczor abschließend. „Wir freuen uns darauf, wenn die Jugendlichen selbst das Wort ergreifen und uns sagen, was sie von ihrer Gemeinde erwarten.“
